Astronaut für einen Tag

planet erde rundWer würde nicht gerne mit Alexander Gerst tauschen, wenn er während der Außenarbeiten an der ISS einen Blick über die Schulter wirft und unsere Erde von ganz weit oben sieht? Dieses Foto habe ich selbst geschossen. Ich war für einen Tag lang Astronaut und konnte die Erde einmal aus einer ganz anderen Perspektive sehen.

Nein. Dafür war ich nicht an Bord der ISS und habe Alexander Gerst den Schraubschlüssel gereicht. Ich habe auch keine sechsstellige Summe für einen Tourismusflug ins All in den Wind geschossen. Ich saß auch nicht auf einem Wettersatelliten rum, der um die Erde düst. Ich war einfach nur im Ruhrpott. Im Gasometer in Oberhausen war dieses Miniaturmodell unseres Planeten ausgestellt. Miniaturmodell und doch so gewaltig beeindruckend.

Die ganze Welt in einem Stahlturm

Gasometer, OberhausenDer Gasometer in Oberhausen ist eigentlich ein altes Industriedenkmal. Ein 100 Meter hoher Gasspeicher, der im Krieg zerbombt und danach als kulturelles Erbe im Ruhrpott von Grund auf wieder aufgebaut wurde. Und ein Besuch lohnt sich. Vor allem in diesem Jahr. Denn der Gasometer hat sich zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Dem Besucher das einmalige Erlebnis bieten, unseren blauen Planeten aus der Sicht eines Astronauten zu bewundern.

Die 20 mal 20 Meter große Erde wurde von dem DLR extra für diese Ausstellung zurechtgebastelt. Dafür haben Forscher die Daten von Satelliten genommen, die unsere Erde umkreisen. Aus diesen Daten haben sie Schritt für Schritt eine Animation aus 1,5 Millionen Einzelbildern erstellt. Eine Mammutsaufgabe. Zwölf Beamer projizieren diese Animation nun auf den riesigen Luftballon, der in dem Turm vom Gasometer zu schweben scheint.

Das Ziel ist dabei eindeutig: Die Schönheit unseres Planeten aus einem völlig anderen Winkel zu zeigen. Und das Ergebnis: „Die Begegnung von wissenschaftlicher Bilderwelt und poetischer Sicht“, wie Kurator Prof. Dr. Peter Pachnicke sagt.

Ein extraterrestrisches Erlebnis

Ich sehe die Erde in der Nacht. Höre die sphärische erhabene Musik. Sehe die leuchtenden Strukturen der Städte, die sich wie ein Netz über den Kontinent spinnen. Bewundere wie die Sonne im Osten langsam aufgeht und die Konturen der Kontinente immer deutlicher werden. Staune über die wechselnden Wolkenformationen und Luftströmungen in unserer Atmosphäre. Wer mit dem Aufzug den Turm bis oben fährt, blickt umgerechnet aus 36.000 Kilometer Entfernung auf unseren Heimatplaneten. Und plötzlich wird man ganz euphorisch. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Will den Blick gar nicht mehr abwenden von diesem Wunder. Man denkt sich: Und da lebe ich.

Und wer nach dem Schweben in anderen Sphären wieder auf den Boden der Tatsachen ankommen will, der kann sich von den atemberaubenden Fotografien, die wie die Minierde Teil der Ausstellung „Wunder der Natur“ sind, begeistern lassen: Aufnahmen von Tieren und Pflanzen, die den Betrachter Zeuge einer für ihn sonst unsichtbaren Situation werden lassen.

Vielleicht wirklich bald Astronaut für einen Tag?

AstronautIrgendwie war ich Astronaut für einen Tag. Leider nur von der Erde aus. Aber der Traum vom Weltraum ist schon längst keine Träumerei mehr. Er ist wirklich greifbar. Verschiedene Weltraumtourismusanbieter sprießen wie Pilze aus dem Boden und bieten für horrende Summen den ultimativen Höhenflug. Schwerelosigkeit mitinbegriffen. Doch wärt Ihr bereit, einen so hohen Preis dafür zu zahlen? Ab 75.000 bietet Space Adventures die Reise zum Anfang des Weltalls. Virgin Galactic legt noch einen drauf und nimmt satte 150.000 Euro für den Trip des Lebens. Wie es auch sei: Wer Lust auf einen Perspektivwechsel hat und eine völlig neue Sicht auf unseren blauen Planeten einnehmen möchte, der fährt einfach nach Oberhausen. Zum Träumen reicht es und mit ein bisschen Fantasie bekommt man es auch: Das Gefühl, ein Astronaut zu sein.

Erde

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3 Gedanken zu “Astronaut für einen Tag

  1. Ich wäre auch gerne Astronaut für einen Tag, aber ein richtiger! 😉
    Ich würde einfach zu gerne die Erde Mal als winzigkleine Kugel sehen..
    Obwohl ich wahrscheinlich viel zu viel Angst vor dem Flug hätte und kurz vor dem Flug „verschwinden“ würde, Mal abgesehen von den unmenschlichen Preise, wie du selbst schon gesagt hast.
    Da bleibe ich doch lieber bei meinen Teleskopen und Heimplanetarien und beobachte andere Sterne/Planeten.
    PS: Einen wirklich sehr schönen Blog, den du hier hast, mach unbedingt weiter so!
    MfG Marcel

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    • Hi Marcel,
      danke für den lieben Kommentar! Stimmt, der Flug ins All ist für Normalsterbliche einfach zu teuer. Aber toll wäre es und ich glaube, ich würde nicht „verschwinden“, wenn mir jemand ein Ticket schenken würde 😉 Bis dahin reicht mir auch mein Teleskop!
      Der Blog befindet sich tatsächlich noch im Aufbau, aber nach und nach wird er mit noch mehr Inhalten gefüllt. Also, gerne immer wieder reinschauen und weiter sagen 🙂
      Ihr habt auch eine coole Seite, Heimplanetarien als Hobby ist was ganz Besonderes. Dieses Jahr habe ich ein Zimmerplanetarium von Kosmos geschenkt bekommen, da war ich ganz begeistert von. Kennst Du das schon?
      LG

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      • Ja, das kenne ich, es wird auch bald ausgiebig für unsere Website getestet 🙂
        Es soll wirklich gut sein, besonders auch für Kinder, da viel Material in Form von einer CD beigelegt wird, oder?
        MfG Marcel

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