Ferien im Schwarzen Loch

Ferien im Schwarzen LochDie Sommerferien sind da! Wie wäre es denn mit Ferien im Schwarzen Loch? Aber, Halt! Bevor Ihr euch auf die Reise begebt, schaut euch lieber einmal Mars an. Der ist auf der Rückreise und gibt dem Schwarzen Loch null Punkte bei TripAdvisor. Was passiert, wenn man einem Schwarzen Loch zu nahe kommt – ein Gedankenspiel.

Schwarze Löcher gehören zu den faszinierendsten Objekten im Universum. Sie sind für uns Menschen unerreichbar und in den meisten Fällen, wenn man nicht gerade den Nachnamen Hawkings oder Einstein trägt, auch unbegreiflich. Gerade deswegen finden wir sie auch so spannend. Es fällt uns schwer zu begreifen, was im Inneren eines Schwarzen Loches so vor sich geht. Und da der Mensch von Natur aus ein von Neugierde getriebenes Wesen ist, ist es nicht verwunderlich, dass er gerade über die Dinge mehr wissen will, die er niemals erforschen kann.

Aber von Anfang an. Ein Schwarzes Loch ist nicht mehr als ein Punkt ohne Ausdehnung, eine sogenannte Singularität mit einer sehr hohen Dichte. Singularität herrschte übrigens auch vor dem Urknall vor. Ein Schwarzes Loch ist keinesfalls ein Loch, wie man es von der Hosentasche kennt. Man kann nicht hindurchfallen und irgendwo wieder herauskommen (das ist eher bei einem Wurmloch der Fall).

Schwarzes Loch entsteht durch Supernova

Ein Schwarzes Loch wird als ein extrem massereiches Objekt definiert, das so schwer ist, dass es alles anzieht, was ihm zu nahe kommt. Es entsteht, wenn große Sterne, die mindestens 40 Mal so groß sind wie unsere Sonne, am Ende ihres Lebens explodieren. Das nennt man Supernova. Auch in der Mitte unserer Milchstraße treibt ein Schwarzes Loch sein Unwesen. Wir sollten aber froh sein, dass es dort existiert, da es durch seine extrem starke Anziehungskraft, die Gravitation, die gesamte Sterneninsel zusammen hält.

Selbst das Licht kann nicht entweichen

Man könnte lange Abhandlungen darüber schreiben, was ein Schwarzes Loch eigentlich ist. Aber hier geht es um das Gedankenspiel: Was passiert, wenn man ins Schwarze Loch fliegt. Düsen wir also los in unserer Rakete und suchen das nächste Schwarze Loch auf – in Wahrheit geht das natürlich nicht, da Schwarze Löcher Lichtjahre von uns entfernt sind und wir einfach noch keine Möglichkeit haben, diese interstellaren Distanzen zu überbrücken. Unser Reiseziel können wir nicht sehen, denn wie der Name schon sagt: Es ist Schwarz. Oder anders gesagt: Es ist so dunkel, da selbst das eingefangene Licht nicht mehr entweichen kann.

Was Spaghettis mit dem Schwarzen Loch zu tun haben

Wir fliegen also immer näher zum Schwarzen Loch und passieren irgendwann den sogenannten Ereignishorizont, also der Punkt, an dem es kein Entkommen mehr gibt. Was nun eintritt, nennt Steven Hawkings in seiner Abhandlung „Eine kurze Geschichte der Zeit“ ganz einfach: Spaghettisierung, sprich: unsere Rakete wird lang gezogen wie eine Spaghetti. Das liegt daran, dass die Gravitation des Schwarzen Loches umso stärker wird, je näher wir an das Loch herankommen. Die dem Schwarzen Loch zugewandte Spitze unserer Rakete wird schneller von der stärkeren Gravitation erfasst, als unsere Triebwerke, die dem Schwarzen Loch ja abgewandt sind. Die Spitze wird also spaghettisiert, während die Triebwerke noch in normaler Form bleiben.

Übrigens würde die Zeit für uns auch langsamer vergehen. Denn die Allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein besagt, dass die Zeit umso langsamer vergeht, je stärker die Gravitation ist. Schickten wir also nur unsere Rakete in Richtung Schwarzes Loch und sähen ihr dabei aus sicherer Entfernung zu, dann würde ihre Bewegung immer langsamer werden und letztendlich einfrieren. Mehr würden wir nicht sehen, da wir als außenstehender Betrachter nicht hinter den Ereignishorizont blicken können.

Selbst der verrückteste Forscher wird es nicht schaffen, ein Schwarzes Loch zu bereisen. Warum auch? Der Tod wäre ihm sicher, spätestens durch die von Stephen Hawking beschriebene Feuerwand (hier im Wortlaut) jenseits des Ereignishorizontes. Dann ist man in diesem Sommer doch besser auf unserem schönen Planeten aufgehoben. Oder, was meint Ihr?

Der Cartoon wurde uns freundlicherweise von Astro-Comics zur Verfügung gestellt. In Zukunft werden wir öfter die Themen der Cartoons aufgreifen und hier erklären. Wollt Ihr mehr über einen bestimmten Cartoon erfahren? Dann sucht euch einen von der Facebook-Seite  aus und schreibt es uns in der Kommentarfunktion!

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